FotoFantastic: Zwischen den Szenen…

So stelle ich mir eine gute Kindheitserinnerung vor:
“Weißt du noch, als wir diesen kleinen Film gemacht haben? Das war lustig. Da saßen wir in den Pausen immer alle zusammen und haben Musik auf dem ollen Walkman gehört. Ja, ja, ja…”
“Ach guck mal, hier ist auch ein Foto!”

A-Nightmare-on-Elm-Street

Sounds of Aronofsky

Sound-Design dient nicht nur dazu, Filme für den Zuschauer realistischer zu machen. Viel interessanter wird es, wenn damit Atmosphäre erzeugt wird und der Zuschauer so unterbewusst direkt angesprochen wird.
Das hier ist besonders schön.
Ich bin eigentlich kein großer Fan von Darren Aronofskys Filmen. Pi hat mich nie gepackt, The Fountain habe ich nicht gesehen, The Wrestler und The Black Swan waren ok. Und Requiem for a dream - den fand ich großartig. Den will ich aber nie wieder sehen, der macht mich fertig.
Eines muss man Aronofsky aber lassen – das Sound-Design in seinen Filmen ist klar und präzise und schlägt einem in manchen Fällen direkt an die Nerven.
Look – at – this:

Cool Hand Luke / Der Unbeugsame (1967) – Stuart Rosenberg

Aaaaah, Paul Newman, 1967.
So, Filmbeschreibung fertig. Was soll ich denn noch dazu sagen?

Cool Hand Luke, Paul Newman, 1967, Leg Irons
Ich habe letztens das erste Mal Cool Hand Luke gesehen. Herr Newman ist wie immer schön anzusehen – der Film aber so vollgepumpt mit Testosteron, dass es manchmal schwer zu ertragen ist.
Ja gut, da geht es also um Luke, der wegen ein bisschen Trunkenheit am Steuer und Geld aus Parkuhren klauen gleich für ein paar Jahre ins Gefängnis kommt und dort natürlich total männlich kämpfen muss, um in der Hierarchie aufzusteigen. Juuuut. Wir sehen also lange Faustkämpfe, seltsam-sinnlose Wetten, plumpe Beleidigungen und harte körperliche Arbeit. Und dann bekommen wir als Krönung auch noch eine Dame im knappsten Kleidchen, die ihr Auto in schönster Bikini-Film-Art genau vor der Sträflingskolonne wäscht. Ääääähm, ja.

Und trotzdem mag ich den Film. Vielleicht liegt es daran, dass die Story neben dem ganzen Gepose dann doch vielschichtiger ist, als auf den ersten Blick angenommen. Das Auflehnen gegen Autorität erinnert an “Einer flog über das Kuckucksnest” oder “Denn sie wissen nicht, was sie tun” – aber ruhiger und erwachsener. Ob Luke sich wirklich gegen das System wehren will, oder ihn eine tiefe Depression in die Selbstzerstörung treibt, ist dabei gar nicht so klar. Schließlich sehen wir ihn schon am Anfang ohne Perspektive trinken und randalieren und als seine Mutter ihn einmal im Gefängnis besuchen kommt, ist sie zwar freundlich, aber eben auch hoffnungslos erkrankt. Luke ist vollkommen allein, die einzige soziale Gemeinschaft und Unterstützung erhält er von seinen Mitgefangenen im Gefängnis – trotzdem versucht er wieder und wieder zu fliehen.

Cool Hand Luke, 1967Freiheit und Einsamkeit gegen Unterdrückung und Gemeinschaft. Das sind die beiden Seiten, zwischen denen Luke steht. Er ist gleichzeitig Held und Antiheld. Von Wette zu Wette, von Ausbruchsversuch zu Ausbruchsversuch, ändert sich aber die Einstellung gegenüber Luke sowohl bei den Gefangenen als auch beim Zuschauer.

+++Spoiler+++ Als er nach einem Ausbruchsversuch gefoltert wird und danach eigentlich nur allzu verständlich sein Verhalten ändert, sind Zuschauer und Filmfiguren enttäuscht und fühlen sich fast verraten. Steht Luke doch symbolisch für alle Gefangenen und für alles andere, gegen das wir uns selbst nicht wehren können. Erst als er mit diesem Verhalten wieder bricht und ein letztes Mal flieht, können wir ihn endgültig akzeptieren und sind am Ende umso entsetzter, als er schließlich von der Polizei angeschossen in ein Krankenhaus gebracht werden soll, dass so weit weg ist, dass er den Weg nicht überstehen wird. +++Spoiler+++

Ganz im Geiste der 60er hat der Film den Zuschauer am Ende dann doch so weit: Wir gegen die, alles unfair, Power to the people. Und auch wenn es gerade am Anfang ein bisschen anstrengend ist, die ganze stereotype Männlichkeit in all ihrer Pracht für voll zu nehmen – hey, ich habe schließlich auch wegen Paul Newman eingeschaltet…

 

*) Die Bilder in diesem Artikel sind Affiliate-Links von Allposter.com

Meta Meta – Wand durchbrechen

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich es großartig finde, wenn Leute in ihrer Freizeit so sinnvolle Dinge tun wie Filmszenen zu bestimmten Themen zusammenzuschneiden… Hier zum Beispiel. Jetzt habe ich bei den Filmfreunden das hier gesehen. Noch besser!
“Die vierte Wand durchbrechen” heißt soviel wie: Der Film durchbricht für einen Moment die Illusion und macht dem Zuschauer ganz bewusst, dass er gerade einen Film schaut. Meistens blicken die Figuren dabei direkt in die Kamera oder sprechen den Zuschauer sogar direkt an. Dazu zählt aber auch, wenn (absichtlich) Filmequipment wie Kameras, Mikros und so weiter im Bild zu sehen sind. (Man kann theoretisch auch eine plötzliche Veränderung des Stils z.B. von bunt zu schwarz-weiß zu gezeichnet wie in Kill Bill dazu zählen.)
So zusammengeschnitten wie hier wird das Durchbrechen der vierten Wand besonders deutlich. Besonders gefällt mir auch, dass die Dame hier alle Filme, aus denen sie die Szenen hat, am Schluss noch einmal aufgeführt hat. Da musste ich auch gleich mal gucken, welche ich noch nicht gesehen habe…

Breaking the 4th Wall Movie Supercut from Leigh Singer on Vimeo.

Overview

Nachdem ich gestern schon in der Sonntagsmatinee im Residenz war, mache ich hier gleich schon mal Werbung für das nächste Mal: am Sonntag läuft “2001: Odysee im Weltraum”, und obwohl der Film wirklich anstrengend ist, habe ich ihn noch nie im Kino gesehen..

Da alles mit Weltall eh toll ist, habe ich hier auch noch ein kleines Filmchen für euch. Darin berichten Astronauten von ihr Erfahrung, die Erde als ganzes von außen zu sehen. Wem das alles ein bisschen zu philosophisch ist, mag gerne den Ton ausschalten. Wir die Bilder lohnt es sich allemal. (gesehen bei makingmagique.com)

OVERVIEW from Planetary Collective on Vimeo.

Im Kino

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Oscars 2013

In 3 Stunden geht’s los. Der Sekt steht kalt, der rote Teppich ist ausgerollt, ich warte auf die Party-Gäste.
Naja, eigentlich liege ich krank im Bett und meine Schwester kommt vorbei, um mich wach zu halten. Hui, wird das ein Spaß!
Und ja, ja, ja, auch wenn die Oscars natürlich doof sind und eh nie der richtige Film gewinnt, hier schon mal ein kleines Video zur Einstimmung. Waren ja doch ein paar ganz gute dabei…

Academy Awards: Best Picture Oscar Winners from Nelson Carvajal on Vimeo.