Rockgeschichte in 100 Riffs

So, ihr wollt echte Rocker sein? Dann habe ich hier eine kleine Übung für euch.
Der Herr hier, Alex Chadwick, spielt locker aus dem Handgelenk 100 Gitarrenriffs der Rockgeschichte hintereinander weg.


via ChicagoMusicExchange , dort könnt ihr auch die komplette Songliste einsehen.

Wer ein Instrument spielen kann, nehme das jetzt bitte zur Hand und mache mit so gut er kann. Der Rest singt bitte laut mit. Die Riffs natürlich, nicht den Text. Pah, ihr Anfänger.

FotoFantastic: Hot Tramp, I Love you so

hot tramp

via Raw and Loud

Art Brut, 03.05.2013, Luxor

10 Jahre gibt es Art Brut jetzt. Classic Rock sind sie jetzt, sagt Eddie Argos auf der Bühne. Der kleine Bruder ist schon lange nicht mehr Out of control, und Emily Cane ist jetzt verheiratet mit Kindern.
Mensch, sind wir alle alt geworden, um so mehr Grund, ein Art Brut Konzert zu feiern, als gibt es kein morgen.

Eddie macht es uns vor und trinkt im Hintergrund den Wodka gleich aus der Flasche. Vorne auf der Bühne sammeln sich die Bierflaschen von den Tanzenden. Und alle wollen tanzen. Die eigentliche Setlist wird schnell ignoriert. Vor der Bühne schreien wir Eddie unsere Songwünsche zu und er erfüllt artig und mit sichtlich Spaß alles. Ohne zögern – doch noch kein Altrocker.

Die Band feiert mit. Seit zwei Jahren ist es heute der erste Auftritt, sagen sie. Das merkt man. Eddie singt und schreit und erzählt uns Geschichten. Bassist Jasper animiert weiter, springt über die Bühne, fordert uns auf lauter zu singen. Wir verlieben uns alle auf der Stelle.

Mit Ende der Show ist der Abend aber noch lange nicht vorbei. Eddie, Jasper und Freddy stehen noch am Merch, machen Fotos und signieren CDs. Später treffen wir sie in der nächsten Bar wieder, wo noch lange das 10jährige Bandjubiläum gefeiert wird. Keine Sorge, Classic Rock ist das noch lange nicht.

Cold War Kids, 02.05.2013, Gebäude 9

Cold War Kids FG08

Die Cold War Kids sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Musikmagazine müssen ihnen keine große Zukunft mehr voraussagen. Die Herren haben mittlerweile ihr 4. Album veröffentlicht und füllen das Gebäude 9 auch heute wieder mit Leichtigkeit. Ausverkauft.

Als Vorband treten Milo Greene aus Los Angeles auf. Obwohl alle Mitglieder offensichtlich einiges drauf haben – man spielt mehrere Instrumente, jeder singt, sogar richtig gut -, will der Funke nicht überspringen. Die Musik ist dröge und etwas langweilig. Leider auch ein schlechtes Omen für die Cold War Kids.

Insgesamt fühl ich mich nach dem Konzert, als wäre ich auch ohne ganz gut ausgekommen. Das ist schade, denn die Cold War Kids sind ja eigentlich für ihre intensiven Auftritte bekannt. Vor einigen Jahren habe ich sie schon einmal im Kölner Luxor gesehen und war überwältigt von ihrer Ausstrahlung und Intensität.
Woran lang es also?

Cold War Kids FG12

Ein erster Blick auf die Setlist lässt einige Fans grummeln. Da fehlt fast alles, auf das man sich gefreut hat. Natürlich will die Band ihr neues Album promoten und die Songs vorstellen, aber ohne die Fans vorher abzuholen, wird das oft nichts. Dann ist da noch Sänger Nathan Willets Stimme. Sonst eindrucksvoll laut und genau, geht sie an diesem Abend besonders zu Beginn leider eher unter – oder krächzt sogar. Ich schreibe das nicht gerne, aber was war das denn? Ich habe ihn einige Male husten sehen, und denke daher, dass er krank war. Das könnte auch die allgemeine Energielosigkeit erklären. Man spricht kaum, spielt die Stücke runter.

Im Laufe des Konzerts wird das besser. Besonders Bassist Matt Maust dreht auf, springt über die Bühne und genießt das Bad in der Menge. Gitarrist Jonnie Russell animiert seine Bandkollegen weiter durch Anspringen, Ansingen und liebevolle Bisse in die Schulter. Jawohl. Das klingt seltsamer als es aussieht.

Bei den bekannten Stücken Hang me up tp dry gibt dann auch das Publikum Gas und für ein paar Momente ist es ein richtiges Cold War Kids Konzert. Toll.
Spätestens beim letzten Song der Zugabe haben sie dann auch alle wieder auf ihrer Seite. Old Saint John schmettern sie mit so viel Energie, das hätte für mindestens das halbe Konzert gereicht.

Die Cold War Kids werden weiter die Hallen ausverkaufen und die Fans begeistern, man weiß schließlich, was die Jungs sonst können. Vielleicht war es gerade ihre Professionalität, die ihnen dieses mal im Weg stand. Die Show durchspielen, sich nichts anmerken lassen? Im Grunde sind sie die guten Schwiegersöhne mit Halstattoos.
Die Fans haben jedenfalls trotz allem glücklich die Halle verlassen.

Tickets kaufen: Kings of Leon

Es gab mal eine Zeit, da waren Kings of Leon noch eine kleine Americana-Band und sahen sehr, sehr seltsam aus. Sobald sie aber irgendwo spielten, wurde ihnen überall eine große und glänzende Zukunft prophezeit.


(Bilde ich mir das ein, oder findet man die alten Musikvideos NIRGENDWO mehr?)

Recht behielten sie alle. Spätestens seit Sex on Fire und Use somebody sind Kings of Leon eine der größten und populärsten Rockbands, haben Charthits und daten Supermodels.

Schnell wurden dann auch die unausweichichen Rufe laut: “Ausverkauf!” “Nicht mehr authentisch!” “Ich mochte die ja früher mehr!” Jajaja… Nachdem das 5. Album Come around sundown keinen großen Hit mehr lieferte, wurde es still um Kings of Leon. Schade. Sind sie doch als eine der intensivsten Livebands der Gegenwart bekannt.

Um so mehr freue ich mich nicht nur auf das neue Kings of Leon Album, das wahrscheinlich im September kommen soll, sondern um so mehr auf die Tour. Am 20.06. spielen sie in der Kölner Lanxess-Arena. Ein paar Karten gibt es wohl noch, sonst müsst ihr euch mit den Straßenhändlern kloppen.

Chvrches – Now is not the time

Bei schönstem Sonnenschein heute eine kleine Frühlings-Entdeckung. Now is not the Time ist ein Song, den ich sofort in einem Film sehe. In einer schönen kleinen, fast kitschigen Indie-Komödie vielleicht. Ich werde gleich mal Zack Braff anrufen, damit er sich das mal genauer ansieht.

Chvrches sind eine kleine Electropop-Band aus Schottland. Die Schotten schon wieder! Was ist denn bei denen zurzeit im Wasser? (siehe auch We were promised Jetpacks) Den wunderbar leichten und fröhlichen Synthiepop kann man sich auf ihrer ersten EP Recover anhören. Letztes Jahr haben sie Passion Pit als Vorband begleitet, dieses Jahr werden sie sogar schon Depeche Mode unterstützen.

Am 11.05. sind Chvrches in Köln auf der Introducing-Tour von Intro mit dabei. (12.05 München, 14.05 Hamburg, 15.05 Berlin) Ich kann da nicht, aber ihr solltet euch das mal anhören.

Bleached – Ride your heart

bleached
Die allgemeine Retrowelle hält nun schon einige Jahre an. Robbie Williams sang Mr. Bojangels und plötzlich schossen die Swing-Bands aus dem Boden. Hätten Amy Winehouse oder Michael Kiwanuka uns so erfolgreich den Motown zurückbringen können, ohne die geweckte Retro-Sehnsucht? All die New Yorker „The“-Bands griffen sich die Musik von The Clash und Konsorten und modernisierten ihre Sounds. Und dann die 80er – puh. Wollten wir die wirklich zurück? Plötzlich waren da wieder Vokuhilas, Neon, und Schnäuzer…

Wo sind wir heute in dieser Welle aus alten Einflüssen in neuem Sound? Wir stecken wohl mitten in den 90er Jahren. Grunge! Wie haben wir dich vermisst.


Als ich „Ride Your Heart“ von Bleached das erste mal höre, ist er wieder da. In einer schönen Mischung aus Punk und Grunge und Beach Sounds. Bleached kommt aus Los Angeles und setzt sich aus den beiden Schwestern Jennifer und Jessie Clavin zusammen. „Next Stop“ ist die erste Single des Albums. Es ist aggressiv und gleichzeitig herrlich harmonisch. „Fun, raw, adventurous and free“ nennen sie das. Oh ha. Aber passt.

„Dreaming without you“ (und eigentlich alle Stücke der Platte) bringt Teenager-Gefühle zurück. Trotz des fröhlichen uptempo-Sounds behandeln die Texte die kleinen und großen Leiden des Erwachsenwerdens. Das passt aber auch noch, wenn man das schon ist (oder nur so tut). Spätestens bei „Waiting by the telephone“ muss dann getanzt werden – oder wenigstens heftig mitgewippt – klappt ja manchmal nicht gleich mit dem Tanzen, so in der Bahn oder im Büro. Mein Lieblingsstück auf der Platte!

Bleached haben mich gleich an die großartigen Frauen-Punkpop-Bands der 90er erinnert. Sie klingen wie Elastica, Lucious Jackson oder Magnapop. Alles Musik, die ich schon lange nicht mehr gehört und anscheinend vermisst habe. Wie auf dem Album-Cover möchte ich bei der Musik gerne wieder Sommerferien haben, schnell Autofahren, bei Sonnenschein den Kopf aus dem Fenster halten, und die Musik noch ein bisschen lauter drehen.
Ich wollte das Album jedenfalls gleich noch mal hören.